Werden Sie in Thailand bestohlen, verlieren Ihren Reisepass oder wollen einen Betrugsversuch melden: Die Touristenpolizei erreichen Sie kostenlos und rund um die Uhr unter der Nummer 1155. Ebenso wichtig ist es, die gängigsten Betrugsmaschen von vornherein zu kennen: Klassiker wie der „Tempel ist heute geschlossen“-Trick halten sich seit Jahren, seit 2025 warnt die Einwanderungsbehörde zusätzlich vor gefälschten Webseiten rund um die digitale Einreisekarte TDAC.
Wie erreiche ich die Touristenpolizei in Thailand?
Die Notrufnummer 1155 der Tourist Police Bureau ist landesweit gebührenfrei und rund um die Uhr besetzt. Die Mitarbeiter sprechen neben Thai und Englisch mehrere weitere Sprachen, bei Bedarf werden Ihnen Dolmetscher zugeschaltet. Ob verlorene Reisedokumente, ein Unfall, ein kleinerer Diebstahl oder ein Betrugsfall – für all das ist die Behörde Ihre erste Anlaufstelle und arbeitet dafür eng mit der Einwanderungsbehörde und den örtlichen Polizeidienststellen zusammen. Über die Nummer 1155 hinaus ist die Zentrale mit dem allgemeinen Notruf 191 verknüpft, sodass bei Bedarf auch reguläre Polizeikräfte schnell vor Ort sind. Für schriftliche Anfragen erreichen Sie die Behörde zusätzlich per E-Mail unter info@touristpolice.go.th.
Was leistet die App „Thailand Tourist Police“?
Mit der kostenlosen App „Thailand Tourist Police“ (frühere Version: „I Lert U“) sind Sie direkt mit der Notrufzentrale verbunden – unterstützt werden Englisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch und Russisch. Sie können damit per Live-Chat mit Beamten kommunizieren, sich per GPS Hilfe vor Ort holen, aktuelle Risikogebiete und die nächstgelegene Polizeistation einsehen sowie Vorfälle direkt mit Foto oder Video melden und übersetzen lassen. Solche Meldungen helfen der Polizei auch dabei, andere Reisende vor denselben Maschen zu warnen. Die App steht für iOS, Android und Huawei-Geräte zum kostenlosen Download bereit.
Welche Betrugsmaschen sind in Thailand nach wie vor verbreitet?
Die meisten Straftaten gegen ausländische Reisende zielen nicht auf Gewalt, sondern auf Geld ab. Verbreitet ist nach wie vor der Trick, wonach ein Tempel oder eine Sehenswürdigkeit angeblich „heute geschlossen“ sei – ein hilfsbereiter Fremder organisiert Ihnen daraufhin ein Tuk-Tuk zu einem Juwelier oder einer Schneiderei, die überteuerte Ware verkaufen und dem Fahrer dafür Provision zahlen. Auch Jetski-Verleiher, die Ihnen nach der Fahrt angebliche Vorschäden berechnen, und Taxifahrer mit defektem Taxameter gehören zu den bekannten Maschen. Neu hinzugekommen sind gefälschte QR-Codes, die über echte an Taxiständen oder Hotelrezeptionen geklebt werden und beim Scannen Ihre Bankdaten abgreifen. Nutzen Sie deshalb offizielle Ticketschalter, bestehen Sie auf dem Taxameter oder greifen Sie zu einer etablierten Fahrdienst-App – und bleiben Sie bei ungewöhnlich günstigen Angeboten skeptisch. Sind Sie sich unsicher, finden Sie einen ausführlicheren Überblick zu Betrugsformen und Kriminalität in unserer Übersicht zur Kriminalität in Thailand.
Vorsicht bei der digitalen Einreisekarte (TDAC)
Seit Mai 2025 müssen Sie vor der Einreise die Thailand Digital Arrival Card ausfüllen – nutzen Sie dafür ausschließlich die offizielle, kostenlose Seite tdac.immigration.go.th. Die Einwanderungsbehörde warnte zuletzt erneut vor gefälschten Anbieterseiten, die für das eigentlich kostenlose Formular zwischen 20 und 90 US-Dollar verlangen; nach Behördenangaben nutzte zeitweise jeder zehnte einreisende Tourist versehentlich eine solche unechte Seite. Details zum Ausfüllen und zu den Fristen finden Sie in unserem Ratgeber zur Thailand Digital Arrival Card.
Ist Thailand deshalb gefährlich für Touristen?
Nein – die beschriebenen Fälle sind überwiegend Betrugs- und Eigentumsdelikte, keine Gewaltverbrechen. Mit etwas Grundwissen über die gängigen Maschen und der Nummer 1155 im Telefonspeicher senken Sie Ihr Risiko deutlich. Möchten Sie zusätzlich möglichst wenig auf eigene Faust unterwegs sein, sind Sie bei einer Rundreise in kleiner Gruppe mit deutschsprachiger Reiseleitung gut aufgehoben – die Reiseleitung kennt die örtlichen Gegebenheiten und hält Sie von den klassischen Touristenfallen fern.