Ja, in Thailand gibt es Wale: Vor allem Brydewale halten sich ganzjährig in thailändischen Gewässern auf, am zuverlässigsten lassen sie sich im Golf von Thailand vor der Provinz Phetchaburi beobachten. Die beste Zeit dafür ist die zweite Jahreshälfte, wenn die Tiere zum Fressen näher an die Küste kommen.
Welche Walarten gibt es in Thailand?
Die mit Abstand häufigste Walart in thailändischen Gewässern ist der Brydewal. Er ist an drei markanten Graten auf der Kopfoberseite erkennbar, erreicht eine Länge von 12 bis 15 Metern und ein Gewicht von 12 bis 25 Tonnen und zählt damit zu den größten Säugetieren des Landes. Buckelwale und Pottwale werden in thailändischen Gewässern nur sehr vereinzelt dokumentiert und sind keine verlässlich zu erwartende Sichtung.
Häufig für Verwechslung sorgt der Walhai: Trotz des Namens ist er kein Wal, sondern ein Hai und damit ein Fisch, kein Meeressäuger. Wer speziell Walhaie sehen möchte, findet diese eher beim Tauchen und Schnorcheln an anderen Orten in Thailand als bei einer klassischen Walbeobachtungstour im Golf von Thailand.
Wo und wann lassen sich Wale in Thailand beobachten?
Das zuverlässigste Gebiet für Walbeobachtung in Thailand liegt vor der Küste der Provinz Phetchaburi in Zentralthailand, unweit des Badeorts Cha-Am. Fünf große Flüsse, darunter der Chao Phraya und der Phetchaburi-Fluss, münden hier in den Golf von Thailand. Vor allem während und nach der Regenzeit schwemmen sie nährstoffreiches Süßwasser in die flachen Küstengewässer, was große Schwärme von Sardellen und Makrelen anzieht. Die Brydewale folgen diesem Nahrungsangebot und kommen dafür nah an die Küste heran, am häufigsten zwischen September und Dezember.
Gelegentlich werden Brydewale auch in der Andamanensee gesichtet, etwa rund um die Similan-Inseln. Ein solches Ereignis haben wir in unserem Beitrag zu Brydewal-Sichtungen in der Andamanensee festgehalten. Wer seine Reise gezielt auf die Walsaison legen möchte, findet einen Überblick über Klima und Jahreszeiten in unserem Beitrag zur besten Reisezeit für Thailand.
Praktische Tipps für eine Walbeobachtungstour
Die besten Ausgangspunkte für eine Tour sind das Phak Bia Cape in Ban Laem und der Hat Chao Samran Beach. Vom Laem Phak Bia Pier in Ban Laem werden organisierte Touren angeboten, am Hat Chao Samran Beach nehmen einheimische Fischerboote Besucher mit hinaus. Brydewale sind meist allein oder mit einem Partner unterwegs, zur Fütterungszeit gelegentlich auch in Gruppen von bis zu zehn Tieren.
Am leichtesten lassen sie sich bei Flut und ruhigem Wasser beobachten. Ein guter Hinweis auf fressende Wale sind Möwen und Seeschwalben, die in der Nähe der Tiere nach denselben Fischschwärmen jagen. Da die Wale nur für wenige Sekunden zum Atmen an die Oberfläche kommen, lohnt es sich, die Kamera griffbereit zu halten und an einer organisierten Tour teilzunehmen, die Erfahrung mit dem Verhalten der Tiere hat. Wer sein Interesse an Natur und Tierbeobachtung mit einer größeren Rundreise verbinden möchte, findet weitere Anregungen in unserem Ratgeber zu Thailands Nationalparks.
Schutzstatus und Bestand der Brydewale
Brydewale gelten in Thailand seit 2019 als „reserved animal“ und damit als die höchste Schutzkategorie nach dem thailändischen Wildtierschutzgesetz. Eine verlässliche Gesamtzahl für den Bestand in thailändischen Gewässern liegt nach Angaben des Department of Marine and Coastal Resources (DMCR) nicht vor, im Golf von Thailand werden zwischen März und Oktober regelmäßig einige Dutzend Tiere dokumentiert. Als Hauptgefahren gelten Verfangen in Fischereigeräten und Plastikmüll im Meer.
Boote sollten daher grundsätzlich einen Sicherheitsabstand zu den Tieren einhalten. Wer an einer Tour teilnimmt, trägt durch rücksichtsvolles Verhalten dazu bei, dass sich der Bestand der Brydewale im Golf von Thailand weiter erholen kann.