Vom Auswärtigen Amt wird aktuell dringend von Reisen in die Provinz Pattani abgeraten. Zusammen mit den Nachbarprovinzen Yala und Narathiwat sowie Teilen von Songkhla gehört sie zum sogenannten tiefen Süden Thailands, wo seit über zwei Jahrzehnten ein bewaffneter Konflikt zwischen separatistischen Gruppen und thailändischen Sicherheitskräften anhält. In einigen Grenzbezirken gilt Kriegsrecht.
Was gilt aktuell für Pattani?
Das Auswärtige Amt rät von Reisen in die Provinzen Narathiwat, Yala und Pattani sowie in Teile der Provinz Songkhla (unter anderem die Bezirke Chana, Na Thawi, Thepha und Saba Yoi) ab. Begründet wird dies mit regelmäßigen Zusammenstößen zwischen separatistischen Gruppen und Sicherheitskräften sowie Anschlägen, die sich auch gegen Ziele mit Ausländerbezug richten können. In den Grenzgebieten gilt Kriegsrecht, in einzelnen Bezirken können zudem kurzfristig nächtliche Ausgangssperren verhängt werden. Wer sich dennoch in der Region aufhält oder Thailand allgemein bereist, kann sich zusätzlich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts eintragen. Die vollständigen, laufend aktualisierten Hinweise finden sich auf der Seite des Auswärtigen Amts.
Worum geht es bei dem Konflikt im tiefen Süden?
Pattani, Yala und Narathiwat werden mehrheitlich von Malaiisch sprechenden Muslimen bewohnt und gehörten historisch zum Sultanat Patani, bevor die Region Anfang des 20. Jahrhunderts endgültig an das damalige Siam fiel. Seit 2004 kämpft vor allem die Gruppierung Barisan Revolusi Nasional (BRN) für eine Autonomie oder Unabhängigkeit der Region. Nach offiziellen, von einem Ausschuss aus Polizei, Militär und Verwaltung geprüften Zahlen kamen seither rund 6.000 Menschen ums Leben, andere Schätzungen liegen höher. Immer wieder gibt es Gesprächsrunden zwischen der thailändischen Regierung und der BRN, eine dauerhafte Lösung ist bislang jedoch nicht erreicht.
Kultur und Natur der Provinz
Unabhängig von der Sicherheitslage ist Pattani kulturell und landschaftlich vielseitig: Neben der Zentralmoschee prägen chinesische Schreine wie der Chao-Mae-Lim-Ko-Niao-Schrein das Stadtbild, an der Küste liegen Mangrovenwälder wie in Yaring sowie Strände wie der Kae-Kae-Beach. Diese Seiten der Provinz erklären, warum lokale Behörden seit einigen Jahren versuchen, vorsichtig Tourismus aufzubauen. Solange die Reisewarnung besteht, überwiegt für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz jedoch das Sicherheitsrisiko gegenüber diesen Sehenswürdigkeiten.
Wer Kultur und Natur Südthailands ohne die aktuellen Sicherheitsrisiken erleben möchte, findet vergleichbare Küstenlandschaften etwa rund um Krabi oder bei einem Inselhopping bei Trang – beide Regionen liegen außerhalb der vom Auswärtigen Amt genannten Provinzen.