Der Skywalk in Chiang Rai steht am Tempel Wat Phra That Pha Ngao im Bezirk Chiang Saen, rund 400 Meter vom Mekong entfernt. Von der Glasplattform blickt man über den Fluss hinweg gleichzeitig nach Thailand, Laos und Myanmar – deshalb der thailändische Name „Skywalk der drei Länder“. Für den Besuch reicht eine halbe Stunde – ideal als Zwischenstopp auf einer Tour durchs Goldene Dreieck.
Wo der Skywalk liegt
Chiang Saen liegt im äußersten Norden Thailands, dort, wo der Mekong die Grenze zu Laos bildet und schräg gegenüber Myanmar beginnt. Diese Ecke ist als Goldenes Dreieck bekannt. Der Tempel Wat Phra That Pha Ngao steht auf einem Hang oberhalb des Flusses, wenige Kilometer außerhalb des Ortskerns.
Die Plattform selbst liegt auf rund 486 Metern über dem Meeresspiegel und ragt 25 Meter über den Hang hinaus. Sie ist achteckig, hat einen Durchmesser von zwölf Metern und einen Boden aus laminiertem Sicherheitsglas. Zwei Stege führen darauf zu, an ihrem Ende steht jeweils ein blühender Baum in Kirschblütenrosa.
Öffnungszeiten, Eintritt und Anfahrt
- Geöffnet täglich von 7.30 bis 18 Uhr.
- Der Eintritt beträgt 40 Baht pro Person. Mönche, Novizen, Schüler in Uniform und Kinder unter 120 Zentimetern zahlen nichts.
- Vom Tempelparkplatz fährt ein Shuttle für 30 Baht pro Person hinauf. Mit dem eigenen Fahrzeug kommt man nicht bis zur Plattform.
- Auf die Plattform dürfen höchstens 100 Personen gleichzeitig. Bei Andrang wartet man kurz.
- Schuhe bleiben unten oder werden mit den ausgegebenen Überziehern abgedeckt – das Glas soll klar bleiben.
- Bei starkem Regen, Nebel oder rutschigem Belag bleibt der Skywalk geschlossen.
Gebaut wurde die Anlage für 32 Millionen Baht, vollständig aus Spenden, die der Tempel gesammelt hat. Eröffnet wurde sie Ende Oktober 2022; allein in den Probetagen davor kamen rund 20.000 Besucher. 2023 wurde eine gerissene Glasscheibe ausgetauscht und die Tragfähigkeit erneut geprüft, seitdem ist die Plattform regulär geöffnet.
Was man von oben sieht
Der Reiz liegt nicht in der Höhe, sondern in der Blickachse. Unter der Plattform fällt der bewaldete Hang ab, dahinter zieht der Mekong seine Schleife, und jenseits des Flusses liegen die Ebenen von Laos. Nach Westen hin schiebt sich Myanmar ins Bild. Drei Länder auf einen Blick, ohne dass man dafür eine Grenze überqueren müsste – was derzeit ohnehin nicht möglich wäre, wie unser Beitrag zur Landgrenze nach Myanmar erklärt.
Am klarsten ist die Sicht in der kühlen Jahreszeit zwischen November und Februar. Von Februar bis April liegt im Norden Thailands oft Rauch von der Brandrodung in der Luft, dann verschwindet die Ferne im Dunst – ausgerechnet in den Monaten, in denen viele Reisende unterwegs sind. Wie sich die Jahreszeiten in den Regionen verteilen, zeigt unsere Übersicht zur besten Reisezeit für Thailand.
Für Fotos ist der frühe Morgen die beste Zeit: Dann steht die Sonne im Rücken, über dem Fluss hängt oft noch Nebel, und die Plattform ist leer.
Lohnt sich der Abstecher?
Als eigenständiges Reiseziel trägt der Skywalk nicht. Man steht zehn Minuten oben, macht Fotos und geht wieder. Wer nur deshalb von Chiang Rai nach Chiang Saen fährt, ist zwei Stunden unterwegs für einen kurzen Blick.
Als Teil eines Tages im Goldenen Dreieck ist er dagegen ein guter Stopp. Der Tempel selbst lohnt sich ohnehin, und in der Umgebung liegen die Ruinen der alten Königsstadt Chiang Saen und der Mekong-Grenzbereich. Zusammen ergibt das einen vollen Tag ab Chiang Rai – gut aufgehoben in einer Rundreise durch Chiang Rai oder auf dem Weg durch Nordthailand von Chiang Rai bis Chiang Mai.
Wer Höhenangst hat, sollte wissen, worauf er sich einlässt: Der Boden ist durchgehend aus Glas, und man sieht den Hang unter sich. Umgehen lässt sich das nicht – schon der Zugangssteg ist verglast. Wer den Weg trotzdem mitgehen will, hält sich am besten am Geländer und schaut nach vorn statt nach unten.
Wie sich Chiang Saen mit dem Rest des Nordens verbinden lässt, steht auch in unserem Chiang Mai Reiseführer.