Kurz und klar: Von Thailand aus kommt man derzeit nicht auf dem Landweg nach Myanmar. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in das gesamte Land und stellt zu den Grenzen fest, dass Ein- und Ausreisen auf dem Land- und Seeweg gegenwärtig grundsätzlich nicht möglich sind. Der frühere Tagesausflug von Mae Sai nach Tachileik, der lange zum Standardprogramm im Goldenen Dreieck gehörte, ist damit für Reisende kein Thema mehr.
Wie die Lage derzeit ist
Nach der Corona-Schließung war der Übergang bei Mae Sai in der Provinz Chiang Rai zwischenzeitlich wieder geöffnet worden. Diese Öffnung hat sich jedoch nicht getragen. Seither hat sich die Lage auf myanmarischer Seite so verändert, dass die Grenze für Reisende praktisch nicht mehr zur Verfügung steht — zeitweise war in Tachileik nicht einmal die Einwanderungsabfertigung arbeitsfähig, nachdem Thailand die Stromlieferung in die Grenzorte unterbrochen hatte.
Das Auswärtige Amt beschreibt Myanmar als Land, in dem bis auf wenige Ausnahmen alle Landesteile von kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen sind. Auch das US-Außenministerium führt Myanmar auf seiner höchsten Warnstufe. Die maßgebliche und laufend gepflegte Quelle für deutsche Reisende sind die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts. Bitte prüfen Sie dort den aktuellen Stand, bevor Sie irgendetwas in diese Richtung planen.
Warum die Grenze geschlossen ist
Der Grund ist heute ein anderer als während der Pandemie. In den Grenzregionen Myanmars kämpfen Militär und bewaffnete Gruppen; die Kontrolle über einzelne Orte wechselt. Dazu kommt ein Problem, das die Grenze auch von thailändischer Seite belastet: In den Grenzstädten auf myanmarischer Seite haben sich große Betrugszentren angesiedelt, sogenannte Scam Compounds, in denen Menschen unter Zwang arbeiten müssen. Thailand ist dagegen vorgegangen, unter anderem durch Kappen von Strom und Internet — was die Übergänge zusätzlich lahmgelegt hat.
Für Reisende heißt das: Es geht hier nicht um eine Formalie, die sich mit dem richtigen Papier lösen ließe, sondern um eine Region, in der die Sicherheitslage die Reisefreiheit bestimmt.
Was auf thailändischer Seite gilt
Thailand selbst ist davon nicht betroffen — mit einer wichtigen Einschränkung: Das unmittelbare Grenzgebiet ist kein normales Reiseziel. Das Auswärtige Amt weist für die Grenzregion auf erhebliche kriminelle Aktivitäten hin, namentlich Drogen- und Menschenhandel sowie Arbeitsbetrug, und warnt ausdrücklich vor den Scam Compounds, in die auch Ausländer gelockt und dann zu Betrugstätigkeiten gezwungen werden. Der Ablauf ist fast immer derselbe: ein zu gutes Jobangebot, ein Treffen im Grenzort, danach kein Weg zurück.
Wer als Tourist im Norden unterwegs ist, hat mit alldem nichts zu tun. Wer aber ein berufliches Angebot in einem Grenzort bekommt, sollte es als das behandeln, was es fast immer ist.
Unabhängig davon warnt das Auswärtige Amt für Thailand auch vor Reisen in das Grenzgebiet zu Kambodscha, konkret in einem Streifen von zwanzig Kilometern zum Grenzverlauf. Das betrifft eine ganz andere Ecke des Landes, gehört aber in dieselbe Rubrik: Grenzen sind in Südostasien derzeit nichts, was man beiläufig plant. Was für die Einreise nach Thailand selbst gilt, steht in unserer Übersicht zur Einreise nach Thailand.
Was im Norden trotzdem möglich ist
Das Goldene Dreieck bleibt ein lohnendes Ziel — nur eben von thailändischer Seite aus. Man steht am Mekong, sieht Laos gegenüber und Myanmar schräg dahinter, ohne eine Grenze zu überqueren. Chiang Saen mit den Ruinen der alten Königsstadt, der Aussichtspunkt oberhalb des Flusses und die Bergdörfer im Hinterland tragen einen vollen Tag. Das lässt sich gut in eine Rundreise durch Chiang Rai einbauen oder in eine längere Route durch Nordthailand von Chiang Rai bis Chiang Mai.
Wer den Reiz des Grenzübertritts sucht, findet ihn in die andere Richtung: Laos ist auf dem Landweg erreichbar und lässt sich als Thailand-Laos-Rundreise mit dem Norden verbinden. Das ist nicht dasselbe wie Myanmar, aber es ist die Alternative, die derzeit tatsächlich funktioniert.
Und falls sich die Lage ändert: Wir prüfen diese Seite regelmäßig. Maßgeblich bleibt trotzdem, was das Auswärtige Amt am Tag Ihrer Reise schreibt.