Songkran ist das thailändische Neujahrsfest und wird jedes Jahr vom 13. bis 15. April gefeiert. Bekannt ist es vor allem für die Wasserschlachten, die in dieser Zeit ganze Straßenzüge lahmlegen. Dahinter steht allerdings kein Straßenfest, sondern das wichtigste Familienfest des Landes – und wer das weiß, erlebt die drei Tage deutlich entspannter.
Wann ist Songkran?
Songkran fällt jedes Jahr auf die gleichen Tage: 13., 14. und 15. April. Alle drei sind nationale Feiertage. 2027 ist das Dienstag bis Donnerstag, was in der Praxis auf eine lange Feiertagswoche hinausläuft.
Die drei Tage haben jeweils einen eigenen Charakter. Der 13. April ist Maha Songkran, der Tag, an dem das alte Jahr endet – und zugleich der nationale Tag der Senioren. Der 14. April, Wan Nao, ist der Übergangstag, an dem traditionell Speisen für die Tempelspende vorbereitet werden; er ist außerdem der nationale Familientag. Der 15. April, Wan Thaloeng Sok, ist der eigentliche Neujahrstag. Diese Doppelbelegung erklärt viel: Songkran ist offiziell das Fest, an dem man sich um Eltern, Großeltern und Familie kümmert.
In der Praxis dauert es fast überall länger. In vielen Städten beginnen Veranstaltungen schon einige Tage vorher, und in Teilen des Nordens wird nach der traditionellen Rechnung gefeiert statt nach dem Kalender der Regierung. Wer die Reise plant, sollte deshalb eher mit einer Festwoche rechnen als mit drei Tagen. Die genauen Termine der übrigen Feiertage stehen in unserer Übersicht zu den Feiertagen in Thailand 2027.
Was Songkran bedeutet
Der Name kommt aus dem Sanskrit und bezeichnet den Übergang der Sonne von einem Tierkreiszeichen in das nächste. Songkran markiert also einen astronomischen Jahreswechsel, nicht den Kalenderwechsel: Offizielles Neujahr war das Fest bis 1888, danach galt der 1. April, und seit 1940 beginnt das Jahr in Thailand am 1. Januar. Als kulturelles Neujahr ist Songkran trotzdem geblieben – und hat einen ganz anderen Stellenwert als der Silvesterabend.
Das Wasser ist dabei kein Selbstzweck. Es steht für Reinigung: Das alte Jahr wird abgewaschen, das neue beginnt sauber. Aus dem Wasser, das über Buddhastatuen gegossen wurde, ist über die Jahrhunderte erst die Segnung der Älteren geworden und daraus schließlich die Wasserschlacht, die heute jeder mit Songkran verbindet. Beide Formen existieren nebeneinander.
Die UNESCO hat Songkran als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Das hat den Auftritt des Festes verändert: Es wird seither auch touristisch stärker inszeniert.
Wie in Thailand gefeiert wird
Der Tag beginnt für viele Familien früh im Tempel. Dort werden Speisen an die Mönche gegeben, Buddhastatuen mit duftendem Wasser übergossen und Sand aufgeschüttet, den man über das Jahr an den Schuhsohlen aus dem Tempelgelände getragen hat. Aus dem Sand entstehen kleine Pagoden, die mit Fähnchen und Blumen geschmückt werden.
Zu Hause folgt die Rot-Nam-Dam-Hua-Zeremonie: Jüngere gießen den Älteren duftendes Wasser über die Hände und bitten um deren Segen für das neue Jahr. Das ist der Kern des Festes, und es ist der Grund, warum in diesen Tagen das halbe Land unterwegs ist – Songkran ist die Zeit, in der man nach Hause fährt.
Erst danach wird es laut. Auf den Straßen stehen Wassertonnen, auf Pick-ups fahren Gruppen mit Musikanlagen durch die Stadt, und wer sich draußen bewegt, wird nass. Das gilt ausnahmslos, und es ist freundlich gemeint.
Wo Sie Songkran erleben
In Bangkok richtet die thailändische Tourismusbehörde jedes Jahr das Maha Songkran World Water Festival aus, zuletzt im Benjakitti-Park über mehrere Tage rund um die Feiertage. Daneben feiert die Stadt an sehr unterschiedlichen Orten: rund um die Khao San Road ausgelassen und laut, an der Silom Road massenhaft, in den Wohnvierteln dagegen ruhig und familiär. Was sich in der Stadt sonst verbindet, steht in unserem Bangkok Reiseführer.
Chiang Mai gilt als der Ort mit dem stärksten kulturellen Programm, weil die Zeremonien in den Tempeln der Altstadt hier besonders sichtbar sind und der Wassergraben rund um die Altstadt die Wasserschlacht ohnehin zum Selbstläufer macht. Mehr zur Stadt steht im Chiang Mai Reiseführer. In Khon Kaen im Nordosten ist Songkran ein tagelanges Straßenfest, in Phuket verbindet es sich mit dem Strand, und in Ayutthaya gehören Elefanten zum Programm.
Wer es ruhiger mag, muss nicht weit fahren: In kleineren Orten und auf den Inseln bleibt das Fest überschaubar, und der Tempelbesuch am Morgen ist überall im Land derselbe.
Unterwegs während Songkran
Ein Punkt, den Reiseführer gern übergehen: Songkran ist die gefährlichste Zeit des Jahres auf thailändischen Straßen. Die Behörden zählen die Unfälle in dieser Woche gesondert und nennen sie offiziell die „sieben gefährlichen Tage“. 2026 lief die Zählung vom 10. bis 16. April und endete mit 1.242 Unfällen und 242 Todesfällen. Die häufigsten Ursachen waren überhöhte Geschwindigkeit und zu dichtes Einscheren, rund zwei Drittel der Unfälle betrafen Motorräder.
Für die Reiseplanung heißt das schlicht: In diesen Tagen keine langen Etappen fahren und schon gar nicht selbst Motorrad. Wer unterwegs sein muss, tut es tagsüber. Wer die Wahl hat, bleibt an einem Ort und reist danach weiter.
Was Reisende sonst beachten sollten
- Rechnen Sie damit, nass zu werden, sobald Sie die Unterkunft verlassen. Elektronik gehört in eine wasserdichte Hülle, der Pass bleibt im Hotelsafe.
- Buchen Sie Flüge, Züge und Hotels früh. In diesen Tagen ist halb Thailand unterwegs, Verbindungen sind ausgebucht und Zimmerpreise steigen.
- Bespritzen Sie niemanden, der sichtbar nicht mitmachen will – ältere Menschen, Mönche, Menschen in Uniform oder auf Motorrädern.
- Im Tempel gilt das normale Verhalten: Schultern und Knie bedeckt, keine Wasserpistole. Was sonst gilt, steht in unseren Verhaltenshinweisen für Thailand.
- April ist der heißeste Monat des Jahres. Für die Wasserschlacht ist das ideal, für Tempel- und Rundreisetage weniger – wie sich die Monate sonst verteilen, zeigt unsere Übersicht zur besten Reisezeit für Thailand.
Und ein praktischer Hinweis zum Schluss: Songkran lässt sich gut an den Anfang oder das Ende einer Reise legen, aber schlecht mittendrin. Wer die drei Tage an einem Ort bleibt und danach weiterreist, bekommt beides – das Fest und die Rundreise.