In allen thailändischen Nationalparks ist Einwegplastik verboten – seit dem 6. April 2022, mit einem Bußgeldrahmen bis 100.000 Baht. Für Reisende ist das kein Grund zur Sorge, aber ein Grund, den Rucksack vorher kurz durchzusehen.
Was genau verboten ist
Das Verbot wurde am 5. April 2022 im königlichen Amtsblatt bekanntgemacht und trat einen Tag später in Kraft. Es gilt in allen Nationalparks des Landes, die Meeresnationalparks eingeschlossen. Betroffen sind:
- Plastiktüten mit einer Stärke unter 36 Mikrometer – also die dünnen Tragetaschen aus dem Supermarkt
- Lebensmittelbehälter aus Plastik
- Plastikbecher
- Plastikstrohhalme
- Einwegbesteck aus Plastik, also Löffel und Gabeln
- Plastikverpackungen wie Tragegriffe
- Alle Behälter aus Styropor
Gemeint ist im Kern alles, was einmal benutzt und dann weggeworfen wird. Dickere, wiederverwendbare Plastikbehälter fallen nicht darunter, ebenso wenig eine Trinkflasche aus Hartplastik.
Was passiert, wenn man es doch dabeihat
Rechtsgrundlage ist das Nationalparkgesetz von 2019. Es sieht für das Mitbringen oder Verwenden dieser Gegenstände einen Bußgeldrahmen bis 100.000 Baht vor. Das ist der gesetzliche Höchstwert, kein Regelsatz – gedacht ist er für schwere Fälle, nicht für den Urlauber mit einer Wasserflasche.
In der Praxis läuft es am Parkeingang unaufgeregt ab: Wer mit einer Plastiktüte ankommt, wird darauf angesprochen und umpacken müssen. Manche Parks stellen Papiertüten oder Körbe bereit. Wer mit einer Kühlbox voller Styroporschalen anrückt, kommt damit nicht hinein.
Was Sie stattdessen mitnehmen
Der Umstieg ist einfach und in Thailand längst Standard, weil die Nationalparkbehörde schon seit August 2018 für wiederverwendbare Alternativen wirbt:
- Eine feste Trinkflasche. In vielen Parks gibt es Nachfüllstationen, und bei 30 Grad braucht man ohnehin mehr Wasser als eine kleine Flasche fasst.
- Eine Stofftasche oder ein Rucksack statt Tragetüten.
- Eine Dose oder Brotbox für mitgebrachtes Essen, falls Sie unterwegs picknicken wollen.
- Eigenes Besteck, wenn Sie es brauchen. Bambus oder Edelstahl, beides gibt es in Thailand überall günstig.
Ein praktischer Hinweis für alle, die vom Hotel aus starten: Lunchpakete kommen häufig in genau den Verpackungen, die im Park verboten sind. Es lohnt, das bei der Bestellung anzusprechen – die meisten Häuser stellen ohne Weiteres auf Boxen um.
Warum die Regel sinnvoll ist
Thailands Nationalparks sind kein Randthema, sondern der Grund, aus dem viele überhaupt anreisen: Riffe in der Andamanensee, Bergwald im Norden, Kalksteinlandschaften im Süden. Plastik, das dort liegen bleibt, verschwindet nicht wieder, sondern wandert ins Meer und in die Nahrungskette.
Die Regelung hat außerdem einen sichtbaren Effekt vor Ort. Wer thailändische Parks vor und nach 2022 kennt, merkt den Unterschied an den Rastplätzen und Stränden. Das ist keine Symbolpolitik, sondern der Punkt, an dem sich Besucherzahlen und Naturschutz überhaupt vertragen.
Wenn Sie Nationalparks fest einplanen wollen, lohnt sich die Kombination mehrerer Gebiete auf einer Nationalpark-Rundreise. Für die Andamanenküste ist Khao Lak der praktischste Ausgangspunkt, weil von dort die Similan- und Surin-Inseln erreichbar sind – mehr dazu im Khao Lak Reiseführer. Welche Parks sich besonders lohnen, steht in unserem Überblick zu Thailands Nationalparks.
Was Sie sonst zum Parkbesuch wissen sollten
Viele Meeresnationalparks schließen in der Regenzeit ganz oder teilweise, die Termine unterscheiden sich je nach Küste. Auch im Norden hat die Jahreszeit erheblichen Einfluss darauf, was man überhaupt sieht. Welche Monate sich wofür eignen, steht in unserer Übersicht zur besten Reisezeit für Thailand.
Ansonsten gelten in den Parks dieselben Umgangsformen wie überall im Land – Wildtiere nicht füttern, Wege nicht verlassen, nichts mitnehmen. Was darüber hinaus gilt, steht in unseren Verhaltenshinweisen für Thailand.