Walhaie tauchen in Thailand in beiden Meeren auf – im Golf von Thailand wie in der Andamanensee, verlässlich aber an keinem einzigen Platz. Wo die Chancen am besten stehen, entscheiden Küste und Saison. Wer eine Begegnung fest einplant, plant falsch; wer zur richtigen Zeit am richtigen Ort taucht, hat eine reelle Chance.
Was ein Walhai ist – und warum er ungefährlich ist
Der Walhai ist die größte bekannte Fischart der Welt. Trotz des Namens ist er weder Wal noch Jäger: Er schwimmt langsam durchs Wasser und filtert Plankton heraus. Für Menschen ist er vollkommen harmlos.
Die Tiere, die in thailändischen Gewässern auftauchen, sind meist junge Exemplare von vier bis sechs Metern Länge. Ausgewachsen erreicht die Art fünfzehn bis achtzehn Meter. Auch ein „kleiner“ Walhai ist damit deutlich größer als jeder Taucher, der ihm begegnet – und lässt sich davon nicht im Geringsten beeindrucken. Meist zieht er seine Bahn, während rundherum alle die Luft anhalten.
Wo Walhaie in Thailand auftauchen
Im Golf von Thailand ist der Sail Rock, thailändisch Hin Bai, die bekannteste Adresse. Der Felszacken steht allein im offenen Wasser zwischen Koh Phangan und Koh Tao, rund eine Bootsstunde von Chaloklum im Norden von Koh Phangan entfernt. Von Koh Tao aus dauert die Anfahrt eineinhalb bis zwei Stunden. Was die Insel sonst zu bieten hat, steht in unserem Koh Phangan Reiseführer.
Der zweite Platz im Golf ist der Chumphon Pinnacle vor Koh Tao. Auch dort tauchen Walhaie auf, allerdings nur wenige Male im Jahr. Mehr zur Tauchinsel steht im Koh Tao Reiseführer.
In der Andamanensee gilt der Richelieu Rock nördlich der Similan-Inseln als der aussichtsreichste Platz des Landes. Er wird von Khao Lak aus mit dem Schnellboot oder auf mehrtägigen Tauchsafaris angefahren und ist nur von Mitte Oktober bis Mitte Mai erreichbar. Weiter südlich liegen Hin Daeng und die Koh-Haa-Gruppe, beide von Koh Lanta aus zu erreichen und außer im August und September das ganze Jahr über anfahrbar.
Wann die Chancen am besten stehen
Im Golf von Thailand liegt die beste Zeit zwischen März und Mai. In diesen Monaten häufen sich die Sichtungen am Sail Rock, und die Sicht unter Wasser erreicht mit zwanzig bis dreißig Metern ihr Jahresmaximum – was bei einem Tier dieser Größe den Unterschied zwischen Schatten und Begegnung ausmacht.
In der Andamanensee fällt die Saison am Richelieu Rock mit der Trockenzeit zusammen, also grob von Ende Oktober bis in den Mai. Die Häufungen liegen erfahrungsgemäß am Anfang und am Ende dieses Fensters.
Bei aller Planung: Sichtungen bleiben selten. An einem einzelnen Tauchplatz kommt oft nur eine Handvoll pro Saison zusammen. Tauchbasen, die eine Begegnung in Aussicht stellen, versprechen etwas, das sie nicht halten können. Welche Monate sich für welche Küste eignen, zeigt unsere Übersicht zur besten Reisezeit für Thailand.
Was beim Beobachten gilt
Der Walhai steht in Thailand unter dem höchsten Schutz, den das Artenschutzrecht kennt. 2019 wurde er zusammen mit Brydewal, Omurawal und Lederschildkröte in die Kategorie der „reserved animals“ aufgenommen. Wer ein solches Tier jagt, verletzt oder ihm nachstellt, riskiert nach dem Artenschutzgesetz von 2019 drei bis fünfzehn Jahre Haft und Geldstrafen von 300.000 bis 1,5 Millionen Baht.
Das ist keine Theorie. Am Richelieu Rock wurde ein Taucher von der Nationalparkbehörde belangt, weil er einen Walhai an der Schwanzflosse festgehalten hatte. Praktisch heißt das:
- Nicht berühren, nicht festhalten, nicht mitziehen lassen.
- Abstand halten und nicht den Weg abschneiden – das Tier bestimmt die Richtung.
- Kein Blitzlicht direkt auf den Kopf.
- Bei mehreren Booten am Platz: nacheinander ins Wasser, nicht alle gleichzeitig.
Seriöse Basen briefen das vor jedem Tauchgang. Wenn nicht, ist das ein Warnsignal.
Sind Haie in Thailand eine Gefahr?
Diese Frage wird rund um Koh Samui und Koh Phangan oft gestellt, und die Antwort ist beruhigend: nein. Was in Strandnähe unterwegs ist, sind vor allem Schwarzspitzen-Riffhaie – schlanke, meist unter anderthalb Meter lange Tiere, die vor Menschen ausweichen. Wer sie im flachen Wasser über einem Riff sieht, hat Glück gehabt, nicht Pech.
Der Walhai wiederum ist ein Filtrierer und für den Menschen gänzlich uninteressant. Vor der thailändischen Küste zu baden ist in dieser Hinsicht unproblematisch; die realen Risiken heißen Strömung, Quallen und Bootsverkehr, nicht Hai.
Wer die Inseln im Golf ohnehin verbinden will, findet die passende Route beim Inselhopping im Koh Samui Archipel – von dort sind sowohl Koh Phangan als auch Koh Tao gut erreichbar.